35 Jahre CSL Plasmacenter in NürnbergSeit 35 Jahren betreut das CSL Plasmacenter in der Nürnberger Altstadt junge und alte Lebensretter: Sie alle spenden dort Plasma, das unverzichtbare Grundlage von Medikamenten für schwerkranke Menschen und Unfallopfer ist. Anlässlich des Jubiläums trafen dort Spender auf eine Betroffene, die mit ihrer Geschichte verdeutlicht, wie wichtig Blutplasma ist und warum Plasmaspender Lebensretter sind.

Blutplasma ist die Grundlage lebensnotwendiger Medikamente für bestimmte Patientengruppen. Von diesen Spenden abhängig sind vor allem Menschen, die an einem angeborenen Immundefekt, an Hämophilie (der „Bluterkrankheit“) oder der seltenen Erbkrankheit Hereditäres Angioödem (HAE) leiden. Aber auch nach einem schweren Unfall oder nach Verbrennungen kann Blutplasma Leben retten. „Wir sind sehr stolz darauf, dass wir seit 35 Jahren eine Anlaufstelle für Lebensretter sind“, stellt Centermanager Sven Schuhmann fest. Sein Team besteht aus mehr als 30 speziell ausgebildeten und geschulten Mitarbeitern, darunter fünf Ärztinnen. Sie alle kümmern sich um rund 1.000 Spender pro Woche. Jährlich werden im Nürnberger Plasmacenter rund 50.000 Liter Plasma gespendet.

Das jahrzehntelange Bestehen des Centers ist für Schuhmann ein erfreulicher Beweis dafür, dass eine konstant große Zahl an Menschen in Nürnberg und Umgebung bereit ist, Plasma zu spenden. Der Rekord unter den Spendern liegt aktuell bei 33 Jahren Spendetätigkeit und fast 1.300 Spenden. Der Centermanager gibt aber auch zu bedenken: „Leider übersteigt der Bedarf an Plasma bei weitem das Angebot. Allein in unserer Region fehlen rund 500 Spender.“

Die aktuelle Spenderdatei in Nürnberg umfasst rund 3.000 Personen, von denen jeder durchschnittlich 15 Mal im Jahr Blutplasma spendet. „Jede einzelne Spende ist uns mehr als willkommen“, erklärt Schumann. „Wir freuen uns über jeden neuen Spender, der den Weg zu uns findet – je mehr, desto besser.“ Denn deutschlandweit herrscht ein Mangel an Plasmaspendern.

Als Gratulant nach Nürnberg gereist, erklärt auch CSL Plasma Geschäftsführer Michael Schröder: „Der Bedarf steigt ständig, aber immer weniger Menschen spenden. Doch Spenderplasma ist die Voraussetzung für die Herstellung von Medikamenten, die kranken Menschen ein relativ normales Leben ermöglichen und im Notfall auch Leben retten.“

Das Zusammentreffen von Spender und Patientin macht deutlich, wem die Spenden konkret helfen. Dadurch wird der lebensrettende Einsatz ganz real: Für Peter Skrzipczyk ist die Plasmaspende zu einer Selbstverständlichkeit geworden. Er ist seit 31 Jahren Spender und hat in dieser Zeit bereits 910 Spenden geleistet. Inzwischen ist die Plasmaspende bei Skrzipczyks zur Familienangelegenheit geworden: Seit 1995 spendet auch seine Frau Petra Skrzipczyk regelmäßig Plasma, seit dem vergangenen Jahr auch ihr Sohn Maximilian. „Die Spende ist unkompliziert und bedeutet eine dreiviertel Stunde entspanntes Lesen oder Musik hören. Das gibt mir auf einfache Weise ein gutes Gefühl“, erklärt Peter Skrzipczyk.

Betroffene betonen Notwendigkeit der Spenden

Für die 44-jährigen Anja Franke ist ein Leben ohne Plasmamedikamente nicht möglich. Nach siebenjähriger Ärzteodyssee wurde bei ihr im Alter von 38 Jahren ein angeborener Immundefekt diagnostiziert; sie leidet an einem variablen Immundefektsyndrom (CVID), das sich unter anderem durch häufige und chronische Infektionen äußert. Nur durch die Gabe von Immunglobulinen wird ihr ein normales Leben ermöglicht. Vor der Therapie war ihr Leben gekennzeichnet von immer wiederkehrenden Infekten bis hin zur chronisch-rezidivierenden Urtikaria, von langen Krankenhausaufenthalten und erheblichen Einschränkungen der Lebensqualität. „Nur dank der Plasmaspenden vieler Freiwilliger kann ich überleben und bin nicht ständig krank“, so Anja Franke.

Schätzungen von Experten zufolge leiden in Deutschland ca. 100.000 Menschen an einem angeborenen Immundefekt, aber nur rund 3.500 Patienten wurden bisher diagnostiziert.

Zu den Gratulanten zum 35-jährigen Jubiläum des Plasmacenters Nürnberg zählte auch Gabriele Gründl, Erste Vorsitzende der dsai e.V. – Patientenorganisation für angeborene Immundefekte. „Ein Besuch im Plasmacenter beeindruckt mich immer wieder, ist man hier doch praktisch an einem Ort, an dem täglich Helden – Lebensretter – geboren werden.“ Die dsai wurde vor 20 Jahren gegründet und hat sich vor allem der Aufklärungsarbeit verschrieben. Unter dem Motto „Defektes Immunsystem? Starke Patientenorganisation“ wirbt sie um Verständnis für Betroffene und um eine Sensibilisierung für dieses Krankheitsbild in der breiten Öffentlichkeit.

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